Maria (Name geändert), 44 Jahre alt, berufstätig und Mutter von zwei Kindern.

Hilfen 2022 MEigentlich mitten im Leben, doch im November 2020 nimmt mein Leben einen anderen Kurs. In der linken Brust spürte ich einen Knoten. Da in der Familie Brustkrebs nie ein Thema war, machte ich mir zunächst keine Sorgen. Ich habe intuitiv gehandelt und machte einen Termin zur Abklärung aus. Am Freitag gegen Mittag war ich noch in der Arbeit, da kam endlich ein Anruf aus der Arztpraxis: „ leider habe ich keine guten Nachrichten, der Knoten ist bösartig, kommen Sie im Laufe der nächsten Woche in meine Praxis .“

Freitag ,Samstag, Sonntag……warten….ich muss handeln. Die Gedanken kreisen, was nun, wie steht es tatsächlich um mich? Fragen, die keiner beantworten konnte, da es Wochenende war. Im Kopf war immer wieder der Gedanke, ich muss was tun, das wusste ich bereits aus Erfahrung, denn erst vor zehn Jahren war mein Mann an Schilddrüse erkrankt und behandelt. Zum Glück verlief damals alles gut. Auch wenn es unser Leben auf den Kopf stellte, aber wir haben es geschafft.

Handeln...., ich musste was tun, um nicht durchzudrehen. Mir fiel ein, dass sich Angehörige einer Bekannten vor einiger Zeit ebenfalls der Erkrankung stellen mussten. Diese Bekannte kontaktierte ich an diesem Wochenende um zu erfahren, was passiert und wohin ich mich wenden sollte. Eine andere Person gab mir ebenfalls ein paar Tipps bzgl. Kliniken und Arztpraxen.

Am Montag in der Praxis schilderte mir der Arzt einige Behandlungsmöglichkeiten. Ich erhielt meinen Arztbericht mit einer Überweisung. Das alles war so weit weg von mir, ich fühlte mich alleine, von Menschen umgeben und doch sehr einsam. Noch dazu kamen die Einschränkungen durch das Coronavirus u.a. war nicht einmal eine Begleitung erlaubt!

Am nächsten Tag hatte ich bereits ein Gespräch beim Onkologen, der mir einen Behandlungsplan schilderte. Nach zwei Tagen war der nächste Termin in einem Brustzentrum auch dort war der Behandlungsplan insgesamt ähnlich. Also zwei unabhängige Meinungen und ein Ergebnis: Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, danach Tabletten einnehmen, Nachsorge.

Kurz vor Weihnachten wurde der Knoten entfernt. Wieder warten! Dann wurde Anfang Januar 2021 durch die Histologie bestätigt, dass die weiteren Behandlungen nötig sind. So schnell wie möglich wurde ein Port gesetzt und die Chemotherapie konnte beginnen. Die ersten vier Zyklen habe ich sehr schlecht vertragen, kaum hat sich der Zustand etwas gebessert schon war der nächste Termin. Körperlich und seelisch eine hohe Belastung. Zunächst dachte ich, der kahle Kopf wird schwer zu akzeptieren sein, aber als die Augenbrauen weg waren, war nochmal eine Stufe überschritten.

Die nächsten zwölf Zyklen waren etwas besser, anschließend die Bestrahlung, die auch nicht einfach war, die Haut war gerötet, verbrannt…

In der schweren Zeit haben mich viele Menschen begleitet, mir Aufmerksamkeit geschenkt, trotzdem war es schwer. Kontakteinschränkungen machten es noch schwerer. Ich bin sehr dankbar um jeden Einzelnen, der in dieser Zeit mit mir Kontakt hatte oder Kontakt aufnahm oder um mich herum war. Es hat mir sehr geholfen. Nun wünsche ich mir, dass es für immer vorbei ist.