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Marita Kapfer aus Freyung

 

Die Geschichte von Marita und ihrer Familie - geschrieben von ihrer Schwester Frau Höpfel.

 

Marita-KapferMarita, 51 Jahre alt, seit 2015 geschieden, 3 Kinder, zwei sind erwachsen. Der jüngste, Michael ist jetzt 16 und besucht die letzte Klasse der Mittelschule.
Seit vielen Jahren ist meine Schwester psychisch krank. Im Jahr 2008 ließ sie sich selber in die Psychiatrie nach Mainkofen einweisen, nachdem sie einen kompletten Zusammenbruch hatte. Dort verbrachte sie viele Wochen. Die beiden jüngeren Kinder, Julia damals 13 und Michael 8, ließ sie in der Obhut der Oma, unserer Mutter. Zu ihr zog sie auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus und blieb etwa zwei Jahre. Die Kinder litten sehr unter dieser Situation. Ihr Ehemann kümmerte sich schon lange nicht mehr um die Familie und der Zustand meiner Schwester war ihm peinlich. Seine Arbeit und seine Freizeit, die er lieber außer Haus verbrachte, sind ihm schon immer wichtiger gewesen.
Der Kinder wegen ging sie ins eheliche Haus zurück. Dachte aber schon längere Zeit über Scheidung nach. Durch ihre Erkrankung sah sie sich aber außerstande, das Leben ohne die finanzielle Unterstützung ihres Mannes zu meistern. Er war zumindest der Versorger.
Als er dann auch noch die Geliebte ins Haus brachte, brach sie wieder völlig zusammen. Sie war kurzzeitig in der psychosomatischen Abteilung. Aber der Kinder wegen ließ sie sich entlassen.
Ihrem Mann begegnete sie kaum noch. Er ging frühmorgens aus dem Haus, kam spätabends zurück. Die Wochenenden war er bei der Freundin. Am 14. Februar 2014 hatte sie dann einen Termin bei der Anwältin und wollte nun endlich die Scheidung einreichen. Wegen einem dringenden Arzttermin musste sie diesen Termin absagen. An diesem Tag erhielt sie die niederschmetternde Nachricht - Brustkrebs.
Es folgte schnellst möglich die Operation, Chemotherapie, Bestrahlungen. In dieser schweren Zeit war er nicht einmal für die Kinder da, die nun um das Leben ihrer Mutter fürchteten. Im März 2015 erfolgte dann die Scheidung. Im Juli der Auszug aus dem Haus in eine Mietwohnung. Neben den gesundheitlichen Sorgen kamen nun auch noch finanzielle Probleme hinzu. Ihr Ex-Mann weigert sich beharrlich, das Haus zu verkaufen bzw. sie auszuzahlen. Sie hat nur eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente, die Miete ist hoch. Aber sie möchte ein zweites Kinderzimmer haben für Tochter Julia, die eigentlich beim Freund wohnt , sich aber nirgendwo zu Hause fühlt. Sie wird wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren nicht arbeiten können, da sie starke körperliche Einschränkungen erlitten hat.
Seit Monaten ist sie wieder in Behandlung wegen Nachwirkungen der Chemo. Diese Behandlungen setzen sie jedes Mal drei Tage außer Gefecht. Vor kurzem ist sie zusätzlich auch noch an Diabetes erkrankt.
Sie meistert ihr Leben einigermaßen gut, soweit es ihr möglich ist. Und oft ist es nicht einfach. Das früher so herzliche Lachen hat sie leider verloren. Trotzdem engagiert sie sich noch immer in unserer Herzkissen-Gruppe, bei der sie von Anfang an dabei ist. Also seit 2011. Das Herzkissen, das sie mitnahm als sie ins Krankenhaus musste wegen der Brust-OP, hat sie sogar selber gefüllt. Welch eine Ironie des Schicksals.

 

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